Pop-Rock-Legende Tina Turner wird Schweizerin

In den 1950er Jahren begann Tina Turner mit Ike Turner aufzutreten. Das Paar wurde für ihre Live-Auftritte und Aufnahmen weltbekannt, bis sich Tina 1975 nach Jahren häuslicher Gewalt von Ike trennte. Tina Turner hatte mit ihrem Album „Private Dancer“ (1984) riesigen Erfolg. Sie lieferte weitere Top-Alben und Hit-Singles und im Jahr 1991 wurde sie in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen.

Ende Oktober 2013 war Turner in der US-Botschaft in Bern, um ihre „Statement of Voluntary Relinquishment of U.S. Citizenship“ zu unterschreiben. Von diesem Zeitpunkt an hatte sie die Schweizer Staatsbürgerschaft. Turner kündigte diesen Schritt nach langjährigem Aufenthalt in der Schweiz an. Turner hatte schon zwei Jahrzehnte in der Schweiz gelebt, bevor sie nach 27-jähriger Freundschaft den deutschen Musikproduzenten Erwin Bach heiratete. Zuvor hatte Turner am 10. April 2013 einen Eid zur schweizerischen Staatsbürgerschaft abgelegt. Sie spricht fließend Deutsch und erklärte, dass sie, mit Ausnahme ihrer Familie, keine Verbindung mit den Vereinigten Staaten habe und keine Pläne in Zukunft dort wieder zu leben.

Tina Turner gibt US-Pass auf

Der interessanteste Teil dieser Geschichte ist, dass sie auf ihre amerikanische Staatsbürgerschaft verzichtete, obwohl sie dazu nicht verpflichtet war. Sowohl die Schweiz als auch die USA erlauben die doppelte Staatsbürgerschaft. Es war ihre eigene Entscheidung, auf die amerikanische Staatsbürgerschaft zu verzichten, und diese Entscheidung war mit hohen Kosten verbunden. Turner, deren Nettovermögen wahrscheinlich die Kriterien erfüllt, die von der sogenannten „US Exit Tax“ (bei einem Nettovermögen von mehr als 2 Millionen US-Dollar) erfasst werden. Dies bedeutet, dass bei der Ausbürgerung ihre gesamten, weltweiten Vermögenswerte besteuert würden. Turner hat nie explizit erklärt, warum sie auf ihre amerikanische Staatsbürgerschaft verzichtete – dies würde wohl nur noch mehr Aufmerksamkeit erregen. Sie schloss sich damit den Schauspielern Yul Brynner und Jet Li und einem der Facebook-Macher, Eduardo Saverin, an. Auch diese Prominenten hatten ihren amerikanischen Pass durch einen aus einem anderen Land ersetzt.